# 003/ Leichte Geografie

»Es gibt für mich einigen Grund, hier zu beginnen. Es waren wohl Dinge, es gab wohl Dinge, die mich auf den Weg brachten; ich folge ihnen, aber erst, seit sie hinter mir liegen, ist es überhaupt von Bedeutung, dass sie da sind, ich verliere sie aus dem Blick. Nichts davon berührt mich. Meine Augen müssten geschlossen sein, alles schläft, und vor meinen Augen spüre ich den Raum. Ich darf sie nicht berühren, mein Blick darf sie nicht sehen, mein Atem fehlt. Mein Blick also, mein Atem, dort im Raum. Der Raum ist mir zugewandt. Ich muss andere Schritte finden, einen neuen Gang.«
(Hannes Becker: Am Ende meines Tages)


Schwere Geographie (Privatstück)

»Im Jahr 2005 interviewte ich in Leipzig den Komponisten Siegfried Thiele. Am 18.3.2011, kurz vor fünf Uhr nachmittags, machte ich einen Spaziergang in Leipzig. Sie hören zunächst Prof. Thiele, der mich fragt, wie alt ich sei. Hinterher den 30minütigen Spaziergang, von der Leipziger Innenstadt bis zum Auenwald.« Ein Privatstück von Mathias Monrad Møller, das Sie je nach Bedarf auch als Tapete verwenden können.

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.


Letzter Ausweg Ruhrgebiet

Warum ist Eckard Sinzig nicht halb so berühmt wie andere Dichter, trotz viermal größerem Wortschatz und Themenradius, wirklichem Lebensdrama sowie Wunderkindstatus? Sieben Gedichte von E.S., mit einer Einleitung von Ulrich Holbein.


Es gab eine Tür in ein anderes fernes Land

»Es kann sein dass es sich um eine Fälschung handelt / Es kann sein dass der Autor tot war als er das schrieb / Es kann sein dass diese wunderschönen zarten Zeilen gelogen sind« – Gedichte von Volker Sielaff.


leichte geografie

Achim Wagners Nachdichtungen türkischer Lyrik sind keine Übersetzungen, es sind referentielle Gedichte, die nicht auf ein bestimmtes Quellgedicht rekurrieren, sie bedienen sich aus verschiedenen Gedichten des jeweils bezogenen Dichters, der bezogenen Dichterin.


Stupor mundi

»Oben wittern von Gottes Gnaden, Nashörner, Hechte … / Es muss ein Zittern gewesen sein unter den Knechten / wenn der Kaiser urplötzlich seinen Besuch angesagt. /Es muss etwas notiert worden sein mit zitternder Hand« – Von Jan Kuhlbrodt


PRINCIPES MORTALES – REM PUBLICAM AETERNAM

»ruß der kaschemmen am sonnenglanz, kein grund / sich zu verstecken, räudiger wolf im wolfspelz, / verkappter schmeichler, schmutziges stiefelchen im gesicht« – Gedichte von Tom Bresemann


Die italienische Grenze der Alpen

»Ich verbrauchte die Jahre seitdem. Hauptsächlich rudernd. Ich rufe an.« – Ein Montagegedicht von Charles Bernstein.


Walt Whitman nimmt ein Bad

»Überteuert, das Geld nicht wert. Das hatte ihm sein Bruder mit dem geschult urteilenden Blick des Kanalinspektors ins Gesicht gesagt. Das Haus war klein, nahezu schäbig, es gab keinen richtigen Ofen …« Eine Erzählung von Jürgen Brôcan.


Manhatta

»Denn ich sehe dieses Wort eingenistet von Wasserbuchten, köstlich, / Reich, rings umsäumt von Segelschiffen und Dampfschiffen, eine sechzehn Meilen lange Insel, auf festem Grund« (Walt Whitman, Ü: Jürgen Brôcan)


Mein Selbst sing’ ich

»Ich! sagt er, Hand auf der Brust. / Eigentlich: dem Hemd. / Und dort, eventuell, / Worum es geht.« – Gedichte von George Oppen.


CAL [A] MI [T Y] JANE

Uljana Wolfs 25 Gedichte gehen zurück auf die »Letters of Calamity Jane to her daugthter« von Jean Hickock McCormick (a.k.a. Janey) aus dem Jahr 1941.


Luna Guerra

»Luna Guerra, die als erste Frau zu Fuß die Antarktis erreichen sollte, / mit ihrem stillen und gedankenversunkenen Esel Gott, / dort blieb sie stehen, einsam und trostlos inmitten eines Salpeterfelds« – Gedichte von Marcelo Silva.


Falsche Steppe

»Aber – aber warum rede ich als wäre ich in Russland / wo ich doch in einer falschen Steppe lebe? / Mit einem Wald im Geist. Wo Gebäude sind sehe ich Bäume.« – Ein Langgedicht von Paz Levinson


Lagunen

»Etwas begann, das Gebiet zu erschüttern / eine Gruppe aus vielen Vulkanen, Schlackenkegeln, Kratern und Spalten / die Panik attackiert« – Ein Montage-Gedicht von Léonce W. Lupette.


Die Komplizenschaft der Tiere

Eine Landschaft der Erinnerung, deren Fauna tief in die Geschichte Chiles verstrickt ist. Ein Holzschnitt von Israel Encina.


Das fürchterliche Qretch

»Unsre Branette ist zum Rumspacken. / Durch diese Glattsteinwüste führt sie uns. / Wir gleiten durch das Qretsch. wir lieben / unsern Staub, das Chaos des Staubs.« – Gedichte von Daniel Durand nach Moebius’ Welten.


Algerische Weise

»Ach könnt ich einer dieser Geckos / sein, mal starr wie ein Toter, / mal mit einem Meter pro / Sekunde die Wand hinauf« – Texte von Timo Berger


Der Baum

»Ich warf einen Stein auf den Baum; / Mein Stein fiel nicht herunter« – Gedichte des türkischen Dichters Orhan Veli.


»Russland ist nach wie vor ein Dostojewski-Land«

Der Lautpoet Valeri Scherstjanoi spricht mit karawa.net über russische und deutsche (Laut-)Dichtung, fremdsprachliche Einflüsse und das Verhältnis zu seinem Geburtsland.


claustrophien

»flüssige bilder / nichts weiter / blieb / schweben / etwas zog / blieb. bleibt / die unruhe jetzt« – Gedichte von Kerstin Preiwuß nach Carlfriedrich Claus: Notizen zwischen der experimentellen Arbeit – zu ihr.


in the shell - fünf durajsche Gedichte

Richard Duraj

 

plankalkül

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.

waitressing humanoids

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.

in the shell

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.

invader

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.

labyrinth

Beim Laden der Seite ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es in Kürze noch einmal.


die rache des dicken chinesen

»Go to where the tümpel is / wo wir seerosenblätter von unten sehen / und uns im schlamm wälzen« – Gedichte von Benedikt Wahner


Am Ende meines Tages

»Es gibt für mich einigen Grund, hier zu beginnen. Es waren wohl Dinge, es gab wohl Dinge, die mich auf den Weg brachten; ich folge ihnen, aber erst, seit sie hinter mir liegen, ist es überhaupt von Bedeutung, dass sie da sind, ich verliere sie aus dem Blick.« Von Hannes Becker.



Secondary menu

KARAWA.NET ERSCHEINT EIN MAL IM JAHR / ISSN 2192-1954


Syndicate content