Elementare Gedichte No. 24-26

 

 

ELEMENTARES GEDICHT № 24

 

1  

Die weibliche Linke,

die männliche Rechte:

Zwei Tänzer,

steif von den Standards mit den Jahren –

Manchmal trage ich mich mit dem Gedanken, meine Hände zu erschlagen,

bevor sie sich auf meinem Bauch begatten,

von Seekarten naß.

 

2  

Kurz vor Einfahrt in den Tunnel bleibt jeden Morgen der Zug stehen,

es ist stets sein erster Tunnel.

Sein warmer Körper zittert.

Die Lichter der Lok.

 

3  

Leere Kirchen riechen nach Schnecken.

 

4  

Alle Lieder klingen gleich.

 

5  

Jahre später findet man eine am Strand.

Die Sonne hat sie gedörrt,

ein Wind hat sie auf den Rücken gedreht.

 

6  

Gewitter ist eine unverschleierte Katze.

 

7

 Zuerst werden die Lebenden vergessen.

Dann die Toten.

Dann die Maler.

 

 

 

ELEMENTARES GEDICHT № 25

 

Wo war ich, dachte ich,

bevor ich bemerkte, hier zu sein?

Bevor ich bemerkte, hier zu sein,

hatte ich keine Frage, antwortete ich mir.

 

Während ich den Wind im Apfelbaum beobachtete,

veränderte sich mein Auge.

Es ist ein Schleifstein.

Was ich noch nicht sah,

rief mich hinzu.

 

Allein meine Anwesenheit

beruhigte meinen Schatten.

 

Um die Toten nicht zu wecken,

betrat ich barfuß das Gras.

Inmitten der Obstbäume

war ich ein Bauchredner

auf einem Kindergeburtstag.

Ich unterdrückte den Regen durch Selbstbeherrschung.

Das Kind wurde ewig.

 

Wenn sie schrieb,

ordnete meine Hand die Schrift

wie das Haar eines Träumenden.

 

Ob es mir gefiel oder nicht,

mein Herz schlug.

Niemand unterbrach es.

Ich unterbrach niemand.

 

 

 

ELEMENTARES GEDICHT № 26

 

Eine von uns ist die Frau

auf Rodtschenkos Treppe und bringt

das Jesuskind zurück.