Babylonische Leiter

»Gott ist das Andere, aber Gott gibt es nicht. Es gibt nur diese eine Welt, die nicht zu fassen, nicht einmal zu begreifen ist.« Stefan Ripplinger über William Bronks Gedicht »Civitas Dei«.


S=P=R=A=C=H=E?

Von 1978 bis 1981 gaben Bruce Andrews und Charles Bernstein in NYC ein dezidiert avantgardistisches oder spätmodernistisches Magazin für Poetik mit dem paradigmatischen Titel L=A=N=G=U=A=G=E heraus. Zwei Essays aus einem der wichtigsten zeitgenössischen Foren einer radikalen & kritischen Poetologie.


Etwas aus Worten, aus anderen / nicht

Was ist ein Gedicht? – Etwas aus Worten, aus anderen / nicht, biete ich manchmal an, oder den Standardsatz, daß jedes Gedicht seine eigene Poetik habe, was beides der Frage ausweicht, ungewiß, von wem oder wie sie überhaupt zu beantworten wäre. Keine zwei Dichterinnen, keine zwei Dichter arbeiten doch mit genau denselben Antrieben, Referenzen, Versuchsanordnungen. – Von Brigitte Oleschinski


Ausweißen, Einschreiben

Mehr als 150 Jahre nach der Veröffentlichung der Sonnets from the Portuguese beginnen Christian Hawkey und ich eine doppelte Zusammenarbeit an der zweisprachigen Inselausgabe der Sonette aus dem Portugiesischen, die jetzt Sonne From Ort heißt. Im Titel verschmelzen Capri, Rilke und die beiden Ausgangssprachen, selbst Elizabeths London ist im Echo der Os noch enthalten. – Von Uljana Wolf


Stupor mundi

»Oben wittern von Gottes Gnaden, Nashörner, Hechte … / Es muss ein Zittern gewesen sein unter den Knechten / wenn der Kaiser urplötzlich seinen Besuch angesagt. /Es muss etwas notiert worden sein mit zitternder Hand« – Von Jan Kuhlbrodt


Schreibmaschinen

»Die Gegenwartslyrik reagiert auf das Computer- und Internetzeitalter. Texte, die im Internet, aber auch in Büchern erscheinen, haben eine wenn auch oft unwillkürliche Auseinandersetzung mit dem neuen Medium geführt.« Ein Essay von Bertram Reinecke.


Mitten in den Anfangsjahren der Lyrotronik

»Im Sommer vergangenen Jahres schloß sich ein rund zwanzigjähriger Kreis, als ich erstmals die sogenannten soundBlox des Bonner Animax Multimediatheaters auf ihre Tauglichkeit für lyrotronische Prozesse testen durfte.« Ein Bericht von Stan Lafleur.


gadji beri bimba - Hugo Balls Sprachenwunder

»Ein Déjà-vu in die Kindheit, verstanden als Folge des lautpoetischen Sprechens, scheint den Charakter und die Funktion der Lautgedichte Balls, über ihre dadaistische Tonspur hinaus, in einen mit ihrer Praxis verbundenen, rituellen Bereich zu versetzen.« Ein Essay von Norbert Lange.


»Indem man Dada sagt« – mit Hugo Ball auf dem sich entziehenden Grat zwischen Welt und Sprache

»Ball meets Wittgenstein – da stehen das Unsagbares, der Unsinn und die Mystik zur Verhandlung. Doch der Mensch-Maschine-Sampler kann übers Lautgedicht schnell ins Priestertum umkippen.« Essay von Johann Reißer.


Eine Ästhetik sinnlicher Assoziationen

»Sieht man die beiden Arbeitsstrategien der Écriture automatique und der Collage als entscheidende Kriterien für den Surrealismus an, so lassen sich beide unschwer an den Baley-Gedichten erkennen.« Eckhard Faul über die poetische Kollaboration von Hans Leybold und Hugo Ball.



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KARAWA.NET ERSCHEINT EIN MAL IM JAHR / ISSN 2192-1954


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