Babylonische Leiter

»Gott ist das Andere, aber Gott gibt es nicht. Es gibt nur diese eine Welt, die nicht zu fassen, nicht einmal zu begreifen ist.« Stefan Ripplinger über William Bronks Gedicht »Civitas Dei«.


Model City

»Als schaute man sich die Gesichter dieser Skelette an und fragte sich warum Totenköpfe immer so grinsen, worüber sie dauernd was zu grinsen haben und dann zu begreifen: Wir grinsen alle immer so, unter unseren Gesichtern.« Die Stadt als Muster. Die Cluster der Stadt: Donna Stoneciphers »Model City«.   


Der gute Gott von Hunspach

Texte von Hans Thill auf Bilder von Jean-Philippe Baudoin


Mission

»die hän s no / im gschpüür / ass er ganz isch / de mensch // ... den Lendenschurz / da unten den / haben wir / angebracht / es kommen ja auch / Kinder her ...«  Alemannische Gedichte von Markus Manfred Jung nebst Vertonung.


Gottesdefinitionen

Sie sind alle wahr, sie sind alle falsch. Gottesdefinitionen von Parmenides über Augustinus, Mohammed, Lacan bis Rimbaud und Udo Lindenberg, zwischen grenzenlosem Meer, Nihil und Schwein. Zusammengestellt von Valère Novarina


Gegenlicht

»Hell die leeren Ranken / am offenen Land / Schleusen Streben Brücken / Metall hebt sich / rote Stämme (kiefernrot) / und Phosphor über Seen Schall« – Ein Gedicht von Barbara Felicitas Tax.


Mud settles

»Sie brauchen Dich, // ihre Bewegung ist feierlich. // Sie legen die Quellen frei / und rufen im Chor.« Anthony Barnetts Gedicht-Sequenz »Mud Settles« (erstmals erschienen 1977).


Green Wood

»Hier gibt’s einen Gott!« / In Walderdbeeren, die sich in Disteln winden, / In Ahornbäumchen, einem Leichentuch auf Lehm, / In Kastanien- und Kirschblüten oberhalb der Baumgrenze« - Drei Gedichte des Kanadiers Bryan Sentes.


PRIMUM MOBILE 10

»LIP SERVICE ist meine Neufassung von Dantes PARADISO. Seine ›Weihnachten des Herzens in Silben‹ verfolgen Dantes thematische Stichworte & Pfade durch zehn konzentrische Planetenkörper, um das gesammelte poetische Rohmaterial einiger Jahre -- über Liebe, erotische Intimität, Gendersozialisierung & den Körper -- zu rechoreographieren. [...]« (Bruce Andrews).


A Test of Poetry

Ist Pfingsten oder sind wir in Babel? Charles Bernsteins Gedicht »A Test of Poetry«, übersetzt in fünf Sprachen: Deutsch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Finnisch.


Musenschrift

Hesiods Theogonie ist einer der ältesten Texte der europäischen Literatur. Was bedeutet das für das Verhältnis zwischen Dichtung, Schrift und (Götter-)Welt? Ein Essay von Asmus Trautsch.


illuminations

Die beiden Gedichte von Catherine Hales sind Teil ihres bei Veer Books erschienen Bandes feasible stratagems. Eine Aufzeichnung der Buchpremiere von feasible stratagems ist hier zu finden.


Complete Communion

Der Kritiker Meinolf Reul über das Album Complete Communion (1965) von Don Cherry, Gato Barbieri, Henry Grimes und Ed Blackwell, einen Klassiker des Free Jazz.


Ich bin nicht, der ich war

»Große / Mutter / Lebensträgerin / Großer / Vater / Sternenbefruchter /
Nicht Mann / nicht Frau / reiner Glanz / Wurzel der Wurzeln / in nichts verwurzelt« Gedichte von Pedro Favarón


Lyrik-Rettungsschirm wird Vertrauen der Leser wiederherstellen

Charles Bernstein liest an der »New School for Social Research« in New York, im Rahmen eines Marketing-Events anlässlich des Erscheinens von The Best American Poetry 2008.


S=P=R=A=C=H=E?

Von 1978 bis 1981 gaben Bruce Andrews und Charles Bernstein in NYC ein dezidiert avantgardistisches oder spätmodernistisches Magazin für Poetik mit dem paradigmatischen Titel L=A=N=G=U=A=G=E heraus. Zwei Essays aus einem der wichtigsten zeitgenössischen Foren einer radikalen & kritischen Poetologie.


Charles Bernstein in Berlin

Video-Mitschnitte der Lesung von Charles Bernstein und seinen deutschen Übersetzern in der Lettrétage, Berlin.


Erste dummkopfelegie

»Ja, die Frühten dich wohl. Es muteteche / Ster zu, das spüest. Es hob / sie Woge heran im Vergoder / da du vorübnster, / gige sich hirwar Auftrag. / Aber bewu’s?«
Von Norbert Lange


Voll Verdienst

»Man hat Papiere, / im Himmel stimmts, wenn und wenn. / Sonst glaube man das Gleichheitszeichen / und setze überall Uhuru Uhuru, / besonders vor ein gebacken / Ishtar-Tor.« — Gedichte von Friedrich Hölderlin, J. H. Prynne und Hans Thill.


schöner leben 7

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»Äußerlich auf dem Damm, / aber verkorkst im Innern« übersetzt Marcus Ingendaay eine »Kapitelüberschrift« in der total verbauten Cowboy-Mär John Billy von David Foster Wallace. Martin Schüttler funktionalisiert das nicht nur als Untertitel für sein Stück für Saxophon mit Fußkeyboard, Kopfhörer, Verstärkung und Zuspielungen schöner leben 7 (»Äußerlich auf dem Damm, aber verkorkst im Innern« – D.F.W.) um. [Mara Genschel]


Etwas aus Worten, aus anderen / nicht

Was ist ein Gedicht? – Etwas aus Worten, aus anderen / nicht, biete ich manchmal an, oder den Standardsatz, daß jedes Gedicht seine eigene Poetik habe, was beides der Frage ausweicht, ungewiß, von wem oder wie sie überhaupt zu beantworten wäre. Keine zwei Dichterinnen, keine zwei Dichter arbeiten doch mit genau denselben Antrieben, Referenzen, Versuchsanordnungen. – Von Brigitte Oleschinski


Ausweißen, Einschreiben

Mehr als 150 Jahre nach der Veröffentlichung der Sonnets from the Portuguese beginnen Christian Hawkey und ich eine doppelte Zusammenarbeit an der zweisprachigen Inselausgabe der Sonette aus dem Portugiesischen, die jetzt Sonne From Ort heißt. Im Titel verschmelzen Capri, Rilke und die beiden Ausgangssprachen, selbst Elizabeths London ist im Echo der Os noch enthalten. – Von Uljana Wolf


in unseren theoretischen Behausungen

»Wir sprechen von hier aus / in unseren theoretischen Behausungen / auferlegte Laboratorien der Strenge.« – Frances Kruk, übersetzt von Swantje Lichtenstein


ästhetische praxis

»ist dauerhafte brustwarzenentfern / ungh garantiert schmerzfrei / bei 100% kundenzufriedenheit« – Gedichte von Dennis Büscher-Ulbrich


als visionguest hans arp

»was kostet ein oh-gedicht// fragt mich ständig die entropie// mit oder
ohne zimt// it costs postspäter gesagt// eine zerzauste arpade// oder
einen futur-zimt to go//« – Gedichte von Tibor Schneider


Letzter Ausweg Ruhrgebiet

Warum ist Eckard Sinzig nicht halb so berühmt wie andere Dichter, trotz viermal größerem Wortschatz und Themenradius, wirklichem Lebensdrama sowie Wunderkindstatus? Sieben Gedichte von E.S., mit einer Einleitung von Ulrich Holbein.


Es gab eine Tür in ein anderes fernes Land

»Es kann sein dass es sich um eine Fälschung handelt / Es kann sein dass der Autor tot war als er das schrieb / Es kann sein dass diese wunderschönen zarten Zeilen gelogen sind« – Gedichte von Volker Sielaff.


leichte geografie

Achim Wagners Nachdichtungen türkischer Lyrik sind keine Übersetzungen, es sind referentielle Gedichte, die nicht auf ein bestimmtes Quellgedicht rekurrieren, sie bedienen sich aus verschiedenen Gedichten des jeweils bezogenen Dichters, der bezogenen Dichterin.


Stupor mundi

»Oben wittern von Gottes Gnaden, Nashörner, Hechte … / Es muss ein Zittern gewesen sein unter den Knechten / wenn der Kaiser urplötzlich seinen Besuch angesagt. /Es muss etwas notiert worden sein mit zitternder Hand« – Von Jan Kuhlbrodt



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KARAWA.NET ERSCHEINT EIN MAL IM JAHR / ISSN 2192-1954


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